Ich & das Kind

Neulich auf der Fahrt in ein nahegelegenes Outlet – vorbei am Flughafen……

Der Verwegene:“Hm, jetzt kommt gleich das bestellte Flugzeug für die Mama!“ Kind 1 verschmitzt:“Naja, eigentlich hab ich es ja für dich bestellt, Mama!!“ Kind 2 nüchtern:“Ja, und wer hat’s bezahlt?“

Kind 3 und besagte Mama warten…..dann endlich! Mein Herz hüpft. Ein Freudensschrei erfüllt den gesamten Innenraum des Autos und ich bin für kurze Zeit einfach nur glücklich!

So und jetzt fragt ihr euch sicher, was mamamailt so glücklich macht!? Hm, liebe Mädels und liebe Männer – ein einfaches Flugzeug beim Abheben von der Startbahn. Ein einfaches, großes Flugzeug! Größer als die, die man sonst am Himmel sieht. Die, die weit oben fliegen und ziemlich klein sind. Sehr klein. Weil sie halt so weit oben sind.

Am Rande sei erwähnt, dass ich 1. Flugangst habe und 2. unsere letzten Urlaube mit dem Auto „absolviert“ wurden und ich schon ewige Zeiten nicht mehr geflogen bin. Zählt das als Entschuldigung? Ich weiß es nicht.

Dieses Glücksgefühl hat wahrscheinlich mit der verborgenen Sehnsucht nach Freiheit, Gedanken an frühere Urlaube ohne Kinder – bei denen man noch unabhängig und betrunken war – zu tun. Man konnte bei diesen Urlauben am Meer in der Sonne liegen, ohne Befürchtung, dass das eigene Kind irgendwo im Meer ertrinkt (eine meiner häufigsten Albträume!). Man konnte schlafen solange man wollte und man konnte essen was man wollte….. und trotzdem, die Kinder geb‘ ich sicher nicht mehr her!

Das Kind steckt natürlich auch in anderen Bereichen in mir. Da gäbe es dann noch die Hand unter dem Bett, die Freude über bestimmte Schokoschirmchen und das gelegentliche Kauen an meinen Fingernägel – um nur einige „Kindheiten“ zu nennen.

Das Kind in mir kann man nicht sehen. Man kann es erahnen – manchmal auch hören.

Die alte Frau in mir hingegen zeigt sich manchmal in voller Größe. Das schmerzende Knie, das schüttere Haar (die Geschichte kennt ihr ja schon), die Müdigkeit, das steife Kreuz – äh.  Du fühlst dich als wärst du hundert Jahre und eigentlich willst du gar nicht wissen, wie man sich mit hundert Jahren fühlt. Andererseits lustig wär’s schon. In meiner Vorstellung kaufe ich mir im Alter von 100 Jahren einen großen, pinkfarbenen Hut und sitze mit meiner Lieblingskusine im Cafehaus. Stellt sich natürlich die Frage, was wir dort machen. Wir würden uns nicht hören, ich würde sie nicht sehen und „beißen“ können wir dann vielleicht auch nichts mehr. Naja, wir könnten uns ja auf „Flüssiges“ beschränken. Somit bewahre ich mir das Kind auf jeden Fall bis zu meinem 100. Lebensjahr auf! Haha. Wir werden sehen.

Wie lange darf man Kind sein? Sind die 13-jährige Tochter und der 15-jährige Sohn gar keine Kinder mehr?! Sie wollen Jugendliche genannt werden, benehmen sich aber dann doch wie Kinder. Wo ist die Grenze? Wo der Übergang?

Ich kann es euch nicht beantworten – ich bin nämlich eine 44-jährige, die beim Anblick eines aufsteigenden Flugzeuges schreit.  Laut schreit, ehrlich gesagt – sehr laut schreit! Und hinten im Auto sitzen die Kinder und lachen, weil die Mama sich so freut – und alles nur wegen einem Flugzeug! Versteht das jetzt wer?

Bis bald eure mamamailt

Foto: Babsi K.

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